GIT installieren - eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Linux, Mac OS X und Windows 

Die Arbeit mit einem kostenlosen Versionskontrollsystem wie GIT bietet Ihnen als Programmierer zahlreiche Vorteile. Bevor Sie diese uneingeschränkt nutzen können, müssen Sie jedoch zunächst die aktuelle Version von GIT installieren. Das genaue Vorgehen richtet sich nach der Plattform, auf der Sie arbeiten. Erhältlich ist GIT für verschiedene Linux-Distributionen, Mac OS X und Windows. Sie können GIT als fertiges Paket installieren oder den Quellcode runterladen und selbst kompilieren. Im Nachfolgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie GIT installieren. 


GIT unter Windows installieren 

Um GIT auf Windows zu installieren, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Ein Weg führt über die offizielle GIT-Website http://git-scm.com/download/win, auf der die Software für Desktop- und Mobile-Versionen zur Verfügung gestellt wird. Hier genügt es, den Installer runterzuladen und anschließend GIT nach den Anweisungen zu installieren. 
 

Eine weitere Option stellt "GIT for Windows" dar, das als unabhängiges Projekt fungiert. Über die offizielle Website https://gitforwindows.org/ können Sie den Installer für die aktuelle GIT-Version runterladen. Das Programm lässt Ihnen die Wahl, ob Sie GIT über die BASH (Shell) verwenden oder - wie bei Windows gewohnt - die mitgelieferte GUI (grafische Benutzeroberfläche) verwenden. 
 

Unter Windows 10 ist es noch einfacher, GIT mithilfe von "Chocolatey" https://chocolatey.org/ zu installieren. Nach der einmaligen Installation von Chocolatey öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows + X + C die neue PowerShell von Windows 10. Für die Installation von GIT genügt es, nun folgende Zeile einzugeben: 
 

choco install git

Unmittelbar nach dem Installationsprozess ist GIT auf dem Windows-System einsatzbereit. 


GIT unter Mac OS X installieren 

Es gibt mehrere Wege, GIT auf Apples Mac OS X zu installieren. In manchen Fällen ist es bereits vorhanden. Zum Beispiel dann, wenn Sie schon die Entwicklungsumgebung XCode installiert haben. Um zu überprüfen, ob GIT schon installiert ist, öffnen Sie Terminal und geben Sie die folgende Zeile ein: 
 

git --version

Folgt eine Ausgabe wie beispielsweise:
$ git --version

git version 2.7.0 (Apple Git-66) 

 

ist GIT bereits auf dem Rechner vorhanden. Meist sind die Versionen jedoch veraltet. Deshalb lohnt es sich, ein aktuelles GIT zu installieren. Die einfachste Möglichkeit dazu bietet der offizielle GIT-Installer für Mac OS X. Diesen können Sie auf der offiziellen Projekt-Website auf Sourceforge (https://sourceforge.net/projects/git-osx-installer/files/) runterladen und installieren. 


GIT unter Linux installieren 

Mithilfe eines Paketmanagers ist die Installation von GIT unter Linux kein Problem. Je nachdem, welches Betriebssystem zum Einsatz kommt, gibt es verschiedene Befehle. Unter Debian-basierten Linux-Distributionen steht das "Advanced Packaging Tool" (apt) zur Verfügung. Dieses lässt sich, um GIT zu installieren, wie folgt nutzen: 
 

# apt-get install git

Unter Fedora lautet der Befehl: 
# yum install git (bis Fedora 21)
# dnf install git (ab Fedora 22) 

 

Bei FreeBSD erfolgt die Installation mittels:
# pkg install git 


Die letzte und aufwendigste, aber auch flexibelste Variante um GIT zu installieren, stellt die Installation aus dem Quellcode mit anschließendem Kompilieren dar. Wir empfehlen diese Variante allerdings nur erfahrenen Nutzern. 
 

Im ersten Schritt installieren Sie die von GIT benötigten Bibliotheken auf Ihrem System (sofern diese noch nicht vorhanden sind). Dazu zählen: curl, zlib, openssl, expat und libiconv. Unter Debian-basierten Systemen verwenden Sie dazu apt-get, unter Fedora yum und unter FreeBSD pkg. 
 

Unter Debian erfolgt die Installation der Bibliotheken mit dem folgenden Befehl: 
 

$ apt-get install expat-devel curl-devel gettext-devel \ zlib-devel openssl-devel 
 

Im zweiten Schritt besorgen Sie sich die aktuelle GIT-Version über die offizielle Website des GIT-Projekts: 
 

http://git-scm.com/download
 


Jetzt folgt das Kompilieren von GIT: 

$ tar -zxf git-2.9.5.tar.gz
$ cd git-2.9.5
$ make prefix=/usr/local all
$ sudo make prefix=/usr/local install 


Nach dem Kompilieren können Sie GIT in regelmäßigen Abständen einfach auf dem aktuellsten Stand halten, indem Sie den folgenden Befehl ausführen: 

$ git clone git://git.kernel.org/pub/scm/git/git.git 


Git - das Versionskontrollsystem von Linux-Erfinder Linus Torvalds

Bei der Softwareentwicklung greifen viele Programmierer auf Versionsverwaltungssysteme zurück.
 

Diese erlauben es ihnen, Änderungen an Dateistrukturen und in Quellcodes detailliert nachvollziehen zu können und verschiedene Versionen ihrer Codes zu speichern. Eines dieser Verwaltungsprogramme ist das von Linux-Erfinder Linus Torvalds initiierte GIT, das seit 2005 als Open Source Software erhältlich ist. Die gleichnamige Online-Plattform GIT Hub ist praktisch eine Erweiterung des Programms. Heute wird GIT von vielen Großunternehmen wie Google und Microsoft, aber auch von unabhängigen Entwicklern eingesetzt. Ebenso nutzen quelloffene Projekte wie MediaWiki oder das Open Compute Project das kostenlose Versionsverwaltungssystem.

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Das Funktionsprinzip von GIT

Stell dir vor, du arbeitest an einem Projekt und möchtest eine Änderung ohne ein Versionskontrollsystem sichern. In diesem Fall bietet es sich an, den Ordner mit den Dateien zu kopieren. Mit kostenlosen Tools wie "diff" unter Unix kannst du anschließend Unterschiede zwischen den Ordnern nachvollziehen. GIT funktioniert ähnlich: Bei einem neuen Versionsstand ("Commit" genannt) speichert das System einen Schnappschuss deines Projekts. Um den Speicherbedarf zu reduzieren, sichert das Programm inhaltsgleiche Dateien nur einmal. Das unterscheidet Torvalds Programm von anderen Versionskontrollsystemen. Hinzu kommt die unterschiedliche Art, wie GIT die Versionen verwaltet. Bei den meisten Systemen, wie Subversion, liegt die Versionsgeschichte auf einem Server. Auf dem Rechner des Nutzers befindet sich lediglich die aktuelle Arbeitsversion. Bei GIT gibt es hingegen keinen zentralen Server. Stattdessen befindet sich die gesamte Versionshistorie in einem Repository (auf Deutsch: Depot oder Lager) auf dem lokalen Rechner. Dieser gleicht sich dann bei Bedarf mit denen anderer Rechner im Netzwerk ab.


Die Entstehung von GIT und GIT Hub

Den Anstoß zur Entwicklung lieferte Torvalds das Versionskontrollsystem BitKeeper. Das proprietäre System kam lange bei der Programmierung des Linux-Kernels zum Einsatz. Nachdem jedoch BitKeeper die Lizenzen änderte, konnten die Kernel-Entwickler das System nicht mehr kostenlos nutzen. Daraufhin begann Torvalds sein eigenes System zu schreiben, und seine konkreten Vorstellungen von einer dezentralen Versionskontrolle umzusetzen. Wichtig waren ihm die Möglichkeit, zur verteilen Softwareentwicklung, eine hohe Effizienz und eine hohe Sicherheit gegen Verfälschungen. Anfang 2008 gründeten Tom Preston-Werner, PJ Hyett und Chris Wanstrath das Online-Projekt GIT Hub.

Die auf Torvalds Entwicklung basierende Plattform ermöglicht es Programmierern, Software-Projekte zu verwalten, sie gemeinsam mit anderen zu bearbeiten und zu teilen. Um auf GIT Hub mitzuwirken, können Entwickler ihre Änderungen an einem Projekt mittels eines "pull requests" an den Eigentümer senden. Dieser kann den Code überprüfen und gegebenenfalls übernehmen. Eine direkte Verbindung zwischen GIT Hub und der ursprünglichen Versionskontrolle gibt es übrigens nicht. Beide Systemen existieren unabhängig voneinander, sind aber eng miteinander verknüpft. So bietet GIT Hub beispielsweise ein Tool an, das die Arbeit mit Torvalds Software vereinfachen soll.