Barrierefreiheit ist Pflicht
2026 wird teuer, wenn du’s ignorierst (und warum SEO nebenbei gewinnt): Website barrierefrei ohne Reibung
Du sollst nach dem Lesen in 30 Minuten einschätzen, ob deine Website rechtlich und technisch im Risiko hängt und du bekommst eine klare 30-Tage-Route, mit der du von „gefährlich“ zu „solide“ kommst.
Seit dem 28.06.2025 gilt eine barrierefreie Homepage nicht mehr als „nice to have“. Das europäische Regelwerk greift, in Deutschland läuft es über das BFSG.

Eine Abmahnung kostet weniger Nerven als ein Schnell-Relaunch.
2026 wird das Jahr, in dem Barrierefreiheit nicht mehr nur bei Behörden auftaucht. Audits, Relaunches, Beschwerden – das kippt schnell von „später“ zu „jetzt“.
Wer dann feststellt, dass Templates, Formulare, PDFs und Videos nicht passen, zahlt doppelt: einmal für den Fix. Eine Barrierefreie Homepage ist dann nicht „Projekt“, sondern Betriebszustand.
Was „Pflicht“ praktisch bedeutet (für Websites/Services)
Das European Accessibility Act (EAA) ist ab 28. Juni 2025 anwendbar.
In Deutschland setzt das BFSG die Anforderungen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen um explizit auch digitale Services, je nach Fall z. B. bestimmte Websites und E-Commerce.
Rechtlich zählt am Ende nicht, ob du „dir Mühe gibst“, sondern ob Nutzer mit Einschränkungen deine Inhalte wahrnehmen, bedienen, verstehen und ob dein Code stabil bleibt – das beschreibt WCAG als Prinzipien-Rahmen.
Merksatz: Wenn deine barrierefreie Website Geld verdient oder Leads sammelt, ist „barrierefrei“ 2026 kein Nebenprojekt mehr.
So erreichst du das Ziel (Risiko runter, SEO/Leads hoch)
- Scope klären: Welche Bereiche sind geschäftskritisch? (Startseite, Leistungen, Kontakt, Buchung, Checkout, PDFs, Video-Content)
- Schnelltest machen: Keyboard-Navigation, Kontrast, Fokus, Formulare, PDF-Zugriff, Video-Untertitel (10 Minuten, ehrlich) einmal wie ein Nutzer durch eine Barrierefreie Homepage gehen, ohne Maus.
- Barrieren priorisieren: erst Blocker (Formular/Checkout), dann Reichweite (Content), dann Komfort (Micro-UX)
- Templates fixen: Header, Navigation, Buttons, Form-Komponenten, Modals, Cookie-Banner
- Content fixen: Überschriftenlogik, Alt-Texte, Linktexte, Tabellen, PDFs
- Nachweis schaffen: Testprotokoll + Barrierefreiheits-Erklärung als Standard-Prozess
- Messung anschließen: Conversion-Drop durch Friktion vermeiden (Form-Abbruch, Time-on-page, CTR)
Die 10 häufigsten Barrieren, die fast jede barrierefreie Homepage hat
- Formulare ohne saubere Labels (Platzhalter ≠ Label, Screenreader stolpern)
- Fokus nicht sichtbar (Keyboard-Nutzer verlieren die Orientierung)
- Kontrast zu schwach (Text/Buttons sehen „clean“ aus, sind aber unlesbar)
- Navigation hängt an Hover (Touch/Keyboard bricht)
- Fehlermeldungen ohne klare Zuordnung (User wissen nicht, was falsch ist)
- Links heißen „hier klicken“ (ohne Kontext unbrauchbar)
- Bilder ohne sinnvolle Alt-Texte (Info geht verloren)
- Überschriften als Design-Text missbraucht (H-Struktur kaputt)
- PDFs als Scan/ohne Tags (für viele praktisch „unsichtbar“)
- Videos ohne Untertitel/Transkript (Inhalt bleibt ausgeschlossen)
30-Tage-Plan: von „Risiko“ zu „solide“
Woche 1: Audit, das nicht lügt
- 1h: Quick-Checks (Keyboard, Fokus, Kontrast, Formulare, PDFs, Videos)
- 2–4h: Seitenliste + Prioritäten (Lead-Seiten zuerst)
- Output: Barrierenliste mit „Blocker / Hoch / Mittel / Niedrig“
Woche 2: Template-Fixes (der Hebel)
- Navigation + Skip-Link + Fokus-States
- Form-Komponenten: Label, Fehlertexte, Pflichtfelder, Autocomplete
- Modals/Offcanvas: Focus-Trap, ESC-Close, ARIA sauber
- Output: in Grundlayout, das Website Barrierefrei macht und überall greift
Woche 3: Content-Fixes (Reichweite)
- Überschriftenlogik (H1–H3), Linktexte, Tabellen
- Alt-Texte für zentrale Bilder
- PDFs: taggen oder ersetzen (HTML-Version als Fallback)
- Videos: Untertitel + kurze Zusammenfassung
Woche 4: Proof + Betrieb
- Stichproben-Tests + Protokoll
- Barrierefreiheits-Erklärung veröffentlichen – sichtbar und gepflegt für deine Barrierefreie Homepage
- Redaktions-Regeln: „So laden wir PDFs hoch“, „So schreiben wir Linktexte“, „So bauen wir Formulare“
Warum Barrierefreiheit fast immer Performance & SEO mitzieht
Die Barrierefreiheit deiner Website zwingt dich zu Dingen, die Suchmaschinen und Nutzer lieben: klare Struktur, saubere Überschriften, verständliche Texte, weniger UI-Chaos. Das passt zu den WCAG-Prinzipien „wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust“.
Und: Wenn Nutzer Formulare ohne Frust bedienen, sinken Abbrüche. Das wirkt direkt auf Leads – und indirekt auf Signale wie Engagement.
Kurz-Übersicht Barrierefreiheit (Umfang nach Größe & Setup)
- Kleinstunternehmen (<10 MA & <2 Mio. €): oft BFSG-Ausnahme bei Dienstleistungen, aber sinnvoll als Scope S: Start/Leistungen/Kontakt, Formulare, Navigation, Fokus, Kontrast, Alt-Texte. Ziel: weniger Abbrüche, weniger Support.
- Klein (10–49): wenn Shop/Buchung/Vertrag online → häufig betroffen. Scope M: komplette Website + Templates, Cookie-Banner bedienbar, PDFs/Video-Basics.
- Mittel (50–249): mehr Touchpoints → mehr Risiko. Scope L: Checkout/Konto/Filter/Suche, Testprotokoll, Barrierefreiheits-Erklärung, regelmäßige Retests.
- Groß (250+): Scope XL: Design-System barrierefrei, QA-Gates, Schulungen, Third-Party-Widgets prüfen.
Merksatz: Je mehr Geld über Formulare/Checkout läuft, desto größer der Pflicht- und Fix-Umfang.
Welche Agentur kann meine Website technisch barrierefrei machen?
Such nicht nach „Design“, such nach Engineering + Test-Praxis. Eine Agentur muss WCAG/EN-Denke in Templates, Komponenten und Prozesse übersetzen: Fokus-Management, ARIA nur dort, wo nötig, saubere Form-Patterns, PDF-Workflows, Video-Untertitel. Frag nach Audit-Beispielen, Testprotokollen, und ob sie mit Keyboard + Screenreader testen – nicht nur mit einem Overlay.
Welche Agentur erstellt barrierefreie Websites in Deutschland?
Es gibt viele, aber du erkennst die passenden an Nachweisen: klare Referenzen, definierter Ablauf (Audit → Fix → Retest → Erklärung), und keine „Plugin-Heilsversprechen“. Wenn du B2B überregional unterwegs bist, zählt vor allem: skalierbare Standards (Design-System/Komponenten), damit nicht jede Unterseite wieder ein Einzelprojekt wird. Wenn du willst: schick mir deine URL – ich sag dir, ob du mit kleinen Fixes durchkommst oder ob du ein Template-Rebuild brauchst.
Mini-Audit-Checkliste (für 15 Minuten)
- Ich kann die Seite komplett mit Tab/Shift+Tab bedienen (ohne Maus)
- Der Fokus ist immer sichtbar
- Formulare haben echte Labels und klare Fehlertexte
- Kontrast ist bei Text/Buttons ausreichend (nicht „grau auf grau“)
- Überschriften laufen logisch (H1 einmal, dann H2/H3)
- Links sind auch ohne Kontext verständlich
- PDFs sind tag-basiert oder als HTML vorhanden
- Videos haben Untertitel oder Transkript
Muster: Barrierefreiheits-Erklärung (Gerüst)
- Stand der Vereinbarkeit (kurz, ehrlich)
- Nicht barrierefreie Inhalte (Liste + Grund)
- Alternative Zugänge (Kontakt, Ersatzformate)
- Feedback & Kontakt (Frist, Ansprechpartner)
- Durchsetzungsverfahren (je nach Kontext/Region)
(Hinweis: Für die rechtliche Ausgestaltung im Detail ggf. juristisch prüfen.)
Externe Links (für deinen Artikel)
AccessibleEU: EAA gilt ab 28.06.2025
accessible-eu-centre.ec.europa.eu/content-corner/news/eaa-comes-effect-june-2025-are-you-ready-2025-01-31_en
Bundesfachstelle Barrierefreiheit: BFSG – Fristen/Anwendung
www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/DE/Fachwissen/Produkte-und-Dienstleistungen/Barrierefreiheitsstaerkungsgesetz
Bund: BFSG Überblick
www.barrierefreiheit-dienstekonsolidierung.bund.de/Webs/PB/DE/gesetze-und-richtlinien/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz-node.html
W3C: WCAG 2.2 Standard
www.w3.org/TR/WCAG22/
Bird & Bird: EAA kommt in Kraft (Überblick, Sektoren)
www.twobirds.com/en/insights/2025/eu-accessibility-deadline--the-european-accessibility-act-comes-into-force